Kunst und Erbe der Sihlcity-Kirche
Die Sihlcity-Kirche vereint modernes Kirchenleben mit einem besonderen künstlerischen Erbe, das seit ihrer Eröffnung im Jahr 2007 Besucherinnen und Besucher inspiriert. Eingebettet in den Sihlcity-Komplex in Zürich, schafft sie als Kirche und Chaplaincy einen einzigartigen Kontrapunkt zur umgebenden Shoppingmall. Getragen von den Kirchgemeinden Zürich, verstehen wir uns als lebendiges Zentrum, das spirituelle, kulturelle und soziale Impulse setzt. Unser Anliegen ist es, einen Raum der Begegnung und der Stille zu bieten, der durch herausragende Architektur und zeitgenössische Kunst geprägt ist.
Architektur als bewusste Gestaltung
Die Architektur der Sihlcity-Kirche ist das Ergebnis einer bewussten und mutigen Gestaltungsidee. Sie stellt sich der Herausforderung, einen sakralen Ort innerhalb eines hochfrequentierten Einkaufszentrums zu etablieren. Der gesamte Sihlcity-Komplex, ein bedeutendes Bauprojekt in Zürich, integriert Wohnen, Einkaufen und Freizeit. In dieses vielschichtige Gefüge wurde die Kirche nicht als nachträglicher Einfall, sondern als wesentlicher Bestandteil des städtebaulichen Konzepts platziert. Damit sendet sie ein klares Signal: Spiritualität und innerer Halt haben auch mitten im Alltag und im kommerziellen Treiben ihren festen Platz.
Integration in die Sihlcity
Die gelungene Integration zeigt sich sowohl in der städtebaulichen Einbindung als auch in der architektonischen Sprache. Die Kirche befindet sich nicht versteckt, sondern an prominenter Stelle innerhalb der Mall. Dennoch schafft es der Bau, eine eigene, ruhige Präsenz zu entwickeln. Die Materialwahl und die klaren Linien stehen im Dialog mit der modernen Architektur des Einkaufszentrums, heben sich aber durch ihre besondere Zweckbestimmung ab. Dieser bewusste Dialog zwischen dem Sakralen und dem Profanen ist ein Kernmerkmal unseres Konzepts und lädt ein, Grenzen zu überschreiten und neue Perspektiven einzunehmen.
Der Raum der Stille
Das architektonische Herzstück ist die Gestaltung als ‚Raum der Stille‘. Sobald man den Kirchenraum betritt, legt sich die Hektik des Alltags ab. Die Architekten haben einen Ort geschaffen, der bewusst auf Ablenkung verzichtet und die Konzentration auf das Wesentliche ermöglicht. Die Akustik, das Licht und die reduzierte Formensprache sind darauf ausgerichtet, Einkehr und Besinnung zu fördern. Dieser Raum ist ein offenes Angebot an alle Menschen, unabhängig von ihrer weltanschaulichen oder religiösen Überzeugung. Er ist ein Geschenk der Kirchgemeinden an die Stadt, ein Ort des Innehaltens inmitten der Beschleunigung.
Zeitgenössische Kunst im sakralen Raum
Kunst ist in der Sihlcity-Kirche kein dekoratives Beiwerk, sondern ein zentrales Medium der Verkündigung und der sinnlichen Erfahrung. Sie öffnet Fenster zum Transzendenten und regt zur persönlichen Auseinandersetzung an. Anstatt auf traditionelle sakrale Bildsprachen zurückzugreifen, setzen wir bewusst auf die Kraft der zeitgenössischen Kunst. Diese Entscheidung unterstreicht unseren Anspruch, eine Kirche der Gegenwart zu sein, die mit den Menschen von heute in einem künstlerischen und spirituellen Dialog steht.
Die Glasfenster von Daniela Wächter
Das prägende künstlerische Element sind die grossflächigen Glasfenster der Künstlerin Daniela Wächter. Diese Fenster sind kein ornamentales Muster, sondern eine eigenständige, tiefgründige künstlerische Arbeit. Mit ihrer abstrakten Formen- und Farbsprache evozieren sie Assoziationen zu Naturphänomenen, zu Licht und Wasser, zu Bewegung und Ruhe. Die Symbolik ist vielschichtig und lädt zur individuellen Deutung ein. Die Wirkung der Fenster verändert sich mit dem einfallenden Tageslicht und den Jahreszeiten und macht so den Lauf der Zeit und die Vergänglichkeit unmittelbar erfahrbar. Daniela Wächters Werk verwandelt den Raum in eine Lichtskulptur und ist integraler Bestandteil der architektonischen und spirituellen Atmosphäre.
Kulturelles Engagement und Veranstaltungen
Unser Verständnis als Kirche und Gemeindezentrum umfasst aktiv das kulturelle Leben. Wir verstehen Kultur als eine Sprache, die Menschen verbindet und existenzielle Fragen berührt. Daher bereichern wir das Angebot im Sihlcity-Quartier regelmässig mit hochwertigen kulturellen Veranstaltungen. Diese Form des Engagements ermöglicht es, Menschen auf neuen Wegen anzusprechen und den Kirchenraum als lebendigen Ort des Austauschs und der Begegnung zu etablieren.
Konzerte und Lesungen
Konzerte und Lesungen bilden einen Schwerpunkt unseres Programms. Die einzigartige Akustik und Atmosphäre des ‚Raums der Stille‘ bieten einen idealen Rahmen für intime musikalische Erlebnisse, von klassischer Kammermusik über Jazz bis zu Neuer Musik. Eine besonders wertvolle und kontinuierliche Kooperation pflegen wir mit der Musikhochschule Zürich, die bei uns regelmässig mit jungen, herausragenden Talenten zu Gast ist. Lesungen zeitgenössischer Autorinnen und Autoren oder philosophische Diskussionsabende eröffnen weitere gedankliche Räume und laden zum Zuhören und Mitdenken ein.
Ausstellungen und Dialog
Neben den Glasfenstern von Daniela Wächter nutzen wir unseren Raum auch für wechselnde Ausstellungen. Wir zeigen Werke von etablierten und aufstrebenden Künstlerinnen und Künstlern, deren Arbeiten sich mit Themen wie Spiritualität, Gesellschaft oder Menschsein auseinandersetzen. Diese Ausstellungen sind oft Anlass für vertiefende Gespräche, Künstlergespräche oder Führungen. Sie initiieren einen Dialog zwischen Kunst, Glaube und Alltag und zeigen, wie zeitgenössische künstlerische Positionen den sakralen Raum bereichern und neue Interpretationsmöglichkeiten eröffnen können.
Ein lebendiges Erbe für die Gemeinschaft
Das künstlerische und architektonische Erbe der Sihlcity-Kirche ist kein museales, sondern ein lebendiges. Es entfaltet seine Wirkung erst im Zusammenspiel mit den Menschen, die den Raum nutzen und mitgestalten. Seit 2007 ist die Kirche zu einem identitätsstiftenden Ort für die umliegende Gemeinde und die gesamte Stadt Zürich geworden. Sie steht für eine weltoffene, einladende und kulturell engagierte Form von Kirche, die in der Mitte der Gesellschaft wirken möchte.
Verankerung in der Kirchgemeinde
Getragen von den Kirchgemeinden Zürich, ist die Sihlcity-Kirche fest im Netzwerk der Zürcher Kirchenlandschaft verankert. Sie ist keine isolierte Kapelle, sondern ein spezialisiertes Angebot und eine Brücke innerhalb der vielfältigen kirchlichen Arbeit. Von hier aus finden Verbindungen in die Quartiergemeinden statt, und umgekehrt entdecken Gemeindemitglieder durch spezielle Anlässe oder den persönlichen Besuch diesen ungewöhnlichen Kirchenraum. Die Kirche ist damit ein Experimentierfeld und eine Bereicherung für das gesamte kirchliche Leben in der Stadt.
Ein Ort für alle Generationen
Die bewusste Gestaltung und das kulturelle Programm sprechen gezielt alle Generationen an. Familien schätzen die offene Atmosphäre, Jugendliche entdecken den Raum bei Konzerten, Seniorinnen und Senioren nutzen ihn für die stille Andacht. Die abstrakte Kunst von Daniela Wächter spricht jede Altersgruppe auf ihre Weise an und kann generationsübergreifend Gespräche inspirieren. Als Teil der Sihlcity ist die Kirche zudem niederschwellig erreichbar und wird von Passantinnen und Passanten aller Hintergründe entdeckt. So wächst das Erbe dieser Kirche stetig weiter, getragen von den vielfältigen Erfahrungen und Begegnungen, die hier stattfinden.
Wir laden Sie herzlich ein, das künstlerische Erbe der Sihlcity-Kirche persönlich zu entdecken und in diesem besonderen Raum zur Ruhe zu kommen.
